Start-ups in der Logistik: Nachschub für das Nachschubwesen

Die Logistik-Branche steht vor einer digitalen Revolution. Start-ups können den Unternehmen helfen den Anschluss nicht zu verlieren, sagt Niklas Veltkamp.

Mittwoch ist Kolumnentag bei WirtschaftsWoche Gründer: Heute schreibt Niklas Veltkamp, Mitglied der Geschäftsführung beim Branchenverband Bitkom und dort für Start-ups zuständig.

Der Gabelstapler, der Paletten hin und her fährt, der Lkw, der das Ersatzteil für die wichtige Maschine zum Kunden bringen soll oder die aufwändige Inventur im Lager all das gehört zur Logistik, die für die Wirtschaft von entscheidender Bedeutung ist, meist aber eher im Hintergrund agiert.

Das könnte bald der Vergangenheit angehören, denn die Logistik steht in den kommenden Jahren nicht nur vor einer digitalen Transformation, sie steht vor einer digitalen Revolution.

Datenbrillen, Drohnen und Lieferroboter

Nach einer aktuellen Bitkom-Umfrage erwarten beispielsweise drei Viertel der Unternehmen, die selbst Logistik betreiben, dass Datenbrillen in zehn Jahren weit verbreitet sein werden und die Beschäftigten in der Logistik unterstützen, etwa mit eingeblendeten Zusatzinformationen.

Zwei Drittel glauben, dass selbstlernende Systeme viele Aufgaben in der Logistik übernehmen werden, etwa die Planung der besten Route oder das Auslösen von Bestellvorgängen. Sechs von zehn rechnen damit, dass autonome Drohnen die Inventur des Lagerbestands durchführen werden.

Ähnlich viele gehen davon aus, dass die Waren mit autonomen Fahrzeugen transportiert werden und vier von zehn sind der Meinung, dass Drohnen und Lieferroboter die Produkte sogar bis zum Kunden bringen.

Kurz: Wer nicht heute schon bei der Logistik auf digitale Lösungen setzt, der könnte den Anschluss ziemlich schnell verpassen. Damit das nicht passiert, sollten etablierte Unternehmen auf Start-ups setzen und mit ihnen zusammenarbeiten. Denn Start-ups sind ganz vorne mit dabei, wenn es um die Digitalisierung der Logistik in Deutschland geht.

Ein Ersatz für den Handscanner

So zum Beispiel Evertracker. Das Start-up stellt seinen Kunden eine Plattform zur Verfügung, mit der Logistiker die gesamte Wertschöpfungskette analysieren und steuern können. Durch den Einsatz von Artificial Intelligence können außerdem zahlreiche Abläufe in den Logistikketten treffsicher vorausgesagt und so effektiv automatisiert werden.

Wearables für Logistik und Fertigung entwickelt hingegen Ubimax. Ein Produkt des Bremer Start-ups ist ein Armband, das mit einem RFID-Reader ausgestattet ist – eine effiziente Alternative zum Handscanner, der heute noch vielfach bei der Kommissionierung eingesetzt wird. Der RFID-Reader registriert direkt, welche Güter oder Waren entnommen oder zurückgelegt werden. So hat der Mitarbeiter seine Hände stets frei und kann die entsprechenden Waren deutlich schneller zusammenstellen.

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